Praxis für Craniosacral-Therapie & Pränatal- und Geburtstherapie

Eszter Kaszás • Gemeinschaftspraxis Amanita • Klosterberg 11, 4051 Basel

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Pränatal- und Geburtstherapie

In der Pränatal- und Geburtstherapie arbeitet man mit Prägungen. Eine Prägung entsteht, wenn ein Lebensereignis einen solch starken Eindruck in uns hinterlässt, dass als Reaktion darauf ein Verhaltensmuster entsteht. Nun denken wir natürlich sofort an Ereignisse, an die wir uns schmerzhaft erinnern. Wir versuchen daraus ein Verhalten zu entwickeln, das uns vor zukünftigen ähnlichen Erlebnissen schützen soll. Oft gelingt uns das aber nicht richtig und wir erleben gewisse Geschichten immer wieder. Z.B. wurden wir vielleicht in der Schule gemobbt und nehmen uns fest vor, dies nie wieder zuzulassen. Trotzdem passiert uns später etwas sehr ähnliches auch am Arbeitsplatz, und wir fühlen uns ohnmächtig einer Situation ausgesetzt, die wir doch unbedingt vermeiden wollten. Unter Umständen wiederholen sich solche Muster viele Male, bevor wir daraus ausbrechen können.

Der Grund hierfür liegt in der Prägung. Und zwar nicht unbedingt dort, wo wir uns daran erinnern, sondern meist sehr viel weiter in der Vergangenheit, bei der Geburtsprägung. Die Art und Weise, wie wir ins Leben starten, beeinflusst unser ganzes Sein weit mehr, als uns gemeinhin bewusst ist. Denn die ersten Erlebnisse, die wir haben, geben unserem System quasi die Matrize, durch die sich unsere tiefsten Glaubenssätze bilden. Dazu gehört jedoch nicht nur die Geburt allein, sondern auch die Zeit der Schwangerschaft und unsere erste Zeit hier auf Erden als neugeborenes Menschenwesen. Wenn uns bestimmte Dinge immer wieder passieren, und wir sie einfach nicht ändern können, obwohl wir doch schon lange erkannt haben, um was es geht, handelt es sich meist um eine solche Ursprungsprägung. Hinzu kommt dann noch, dass sich solche Prägungen verstärken und vertiefen, je öfter sie vom Leben sozusagen bestätigt werden.

Positive Prägungen geben uns ein fast unerschütterliches Urvertrauen mit auf den Weg und ermöglichen uns eine gesunde Kontaktfähigkeit mit uns selbst und unserer Umwelt. Wir haben Vertrauen in unsere eigenen Fähigkeiten, können für unsere persönlichen Grenzen einstehen, sind stark und widerstandsfähig und erleben die Welt als einen Ort voller Möglichkeiten. Schwierige, traumatische Prägungen schwächen unser Selbstbewusstsein, dämpfen unsere natürliche Neugierde und Kontaktfreudigkeit, lassen uns misstrauisch und pessimistisch sein, bewirken irrationale Verlustängste und daraus resultierendes Kampf- oder Fluchtverhalten.

Mit Prägungen zu arbeiten ist deshalb so wichtig, weil wir diese Matrizen mit unserem Verstand und dem Willen nicht erreichen können. Sie stecken im Körper, im Zellgedächtnis. Mithilfe der Craniosacral-Therapie können solche Prägungen erkannt und achtsam aus dem System herausgelöst werden. Wir müssen uns dann nicht länger als Spielball immer wiederkehrender Themen fühlen, sondern können anfangen, unser Leben freier nach unserem Gusto zu gestalten. Dies ist nicht nur für uns selbst wichtig, sondern auch für unsere Kinder, denn Prägungen können sozusagen „vererbt“ werden.

In der prägungsorientierten Craniosacral-Therapie bei Babies begegnet man oft mehr oder weniger traumatischen Geburtsgeschichten. Manchmal gibt es unter der Geburt unerwartete Komplikationen, die Stress auslösen. Es ist möglich, dass die Mutter in einer solchen Situation den Kontakt zu ihren Ressourcen und zu ihrem Baby verliert. Desgleichen die Väter, die sich oft hilflos und überfordert fühlen, weil sie Angst haben, nichts tun können, und vom Geburtshelferteam alleingelassen werden. Oder Mutter und Kind sind nach der Geburt aus Gründen traumatisiert, die für die Mutter fast nicht erklärbar und für die Aussenwelt schwer nachvollziehbar sind. Für diese Mütter ist es oft sehr schwierig, über ihre negativen Gefühle zu reden. Sie schämen sich und fühlen sich missverstanden. Variationen gibt es viele, jede Geschichte ist individuell. Kann man aber in der Praxis mit einem schwierigen Geburtserlebnis arbeiten, entspannt sich beinahe sofort etwas im System aller Beteiligten. Ziel ist es, solche Themen vor allem auch aus dem System des Babys herauszulösen, bevor sie sich eben zu schwierigen Prägungen verdichten.