Der Babywecker

Themen:

Weinen zu einer bestimmten Uhrzeit, Geburtstrauma ohne ersichtlichen Grund, Nuggisucht

Alter Patient/in:

4 Wochen

Angewandte Methode:

Craniosacral Therapie

Es gibt auch Geschichten, die von außen betrachtet eher unspektakulär sind, sprich die Geburt war kein Drama und niemand schien traumatisiert zu sein. Solche Fälle gibt es immer wieder. Trotzdem war mein kleiner Patient irgendwie unruhig. Das Baby konnte nicht ohne Nuggi sein und weinte außerdem jeden Nachmittag ca. eine Stunde lang, immer zur gleichen Zeit.

 

Die Anamnese ergab, dass die Geburt sehr gut und harmonisch verlaufen war. Auch zwischenmenschlich war im Gefüge zwischen Mutter, Vater und Baby alles in bester Ordnung. Beide Eltern waren die Ruhe in Person und behandelten einander und das Baby mit achtsamer Zärtlichkeit. Soviel Balance hatte ich noch selten bei einer jungen Familie erlebt, und trotzdem litt der Kleine offensichtlich. Ich behandelte den Jungen zweimal nur ganz kurz, denn sobald ich ihm berührte, fing sein System an zu reagieren und er fing an bitterlich zu weinen. Offensichtlich hatte er aber keine Schmerzen im Körper, die z.B. von einer Spannung in einer Schädelnaht herrührte, sondern er erinnerte sich an seinen Geburtsprozess und dies löste Stress in ihm aus. Wie man als Cranio-Therapeut diesen Unterschied wahrnimmt, kann ich auch nicht genau erklären, aber man spürt in dieser nahen Begegnung sehr deutlich, worum es in diesem Moment geht und ob es eine physische Lösetechnik braucht, oder „nur“ ein Zuhören.

 

Dann bei der dritten Behandlung geriet der kleine Knabe in einen sehr tiefen Entspannungszustand und es war ihm richtig wohl dabei. Seine Augen waren halb geöffnet und seine Mutter hielt sein Händchen. Ich konnte mit ihm und seiner Mutter zusammen sehr tief arbeiten, und die friedliche Atmosphäre dieses Prozesses war kaum zu beschreiben. Nach dieser Sitzung wollte mein kleiner Patient nie wieder einen Nuggi im Mund haben, und auch das nachmittägliche Weinen war wie weggeblasen.

Babies und ihre Eltern, vor allem die Mütter, sind eine Einheit. Darum ist es wichtig, bei der Behandlung von Babies und kleinen Kindern auch die Eltern mit einzubeziehen und Prozesse bei allen beteiligten Personen zu erkennen und zu begleiten.

Hinzugefügt am:

21. November 2018

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